Kulturanthropologische Streifzüge durch eine komplexe Gesellschaft: Israel-Exkursion, 2.-9. Juli 2012

Kulturanthropologen interessieren sich dafür, wie Menschen ihr Leben gestalten, wem oder was sie Sinn und Bedeutung verleihen, nach welchen Regeln sie sich verständigen und voneinander abgrenzen. Den Fachbereich Kulturanthropologie der Universität Basel führte seine diesjährige Exkursion (2012) unter der Leitung von Prof. Jacques Picard nach Israel. Das vorbereitende Seminar fokussierte auf Zuschreibungen von realen oder imaginierten Eigenschaften einer Stadt. Die Reise ermöglichte es, das Gelesene in feldforschenden Streifzügen durch die „junge“, „dynamische“, „globale Nonstop-City“ Tel Aviv zu vertiefen. Die Abstecher ins „heilige“ Jerusalem und ins „tolerante“ Haifa lieferten dazu Kontrast-Beispiele.
Im Verlauf der Studienreise kamen die Studierenden mit verschiedensten Facetten der israelischen Gesellschaft in Kontakt und es taten sich spannende und aktuelle Untersuchungsfelder auf: Der Besuch beim Hightech-Unternehmen Better Place sensibilisierte für das Thema der hochqualifizierten MigrantInnen als „modern tribe“; die zahlreichen jungen Leute in Uniform sowie Gespräche mit verschiedensten Israeli verwiesen auf die Bedeutung des Militärs in der israelischen Gesellschaft; die Freiluft-Führung zum Thema Bauhaus machte auf das „israelische Zweitwohnungsproblem“ aufmerksam und bot somit einen Vergleichs- und Anknüpfungspunkt zur Schweiz – um nur einige Beispiele zu nennen. So entstand über die Woche hinweg ein immer reichhaltigeres, zugleich aber auch immer komplexeres Bild der israelischen Gesellschaft. Zum Programm gehörte ebenso ein intensiver Workshop mit israelischen Studierenden und FachkollegInnen der Tel Aviv University. Die Forschungstagebücher, in denen die Studierenden beobachtete Ereignisse, Konstellationen, Äusserungen und Eindrücke festhielten und reflektierten, zeugen von den unterschiedlichsten Interessen, Anregungen und Kontakten, die jeder einzelne von dieser Exkursion mitgenommen hat.

 

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